Insel

Hiddensee

Hiddensee

„Wo der Wind die Zeit anhält“

Hiddensee ist mehr als eine Insel – es ist ein Versprechen. Hier, wo das Auto Pause hat und nur das Rauschen der Wellen den Takt angibt, beginnt die Freiheit. Wandern Sie durch die violett leuchtende Dünenheide, lassen Sie sich am Dornbusch den Wind um die Nase wehen und beobachten Sie das Ballett der Kraniche am Horizont. Werden Sie Teil einer Landschaft, die sich jeden Tag neu erschafft. Hiddensee: Natur in ihrer reinsten Form.

 

„Insel der Geister und Genies“

Folgen Sie den Spuren von Gerhart Hauptmann, tanzen Sie im Geiste mit Gret Palucca und spüren Sie die kreative Energie, die seit Jahrzehnten Maler, Dichter und Querdenker magisch anzieht. Hiddensee war schon immer eine Nische der Freiheit – ein Ort, an dem man den Farbfilm zwar vergessen mag, aber die Inspiration für das ganze Leben findet. Entdecken Sie das kulturelle Herz der Ostsee.

 

„Gold, Götter und Gezeiten“

Tief unter dem Sand von Neuendorf wartete er jahrhundertelang: Der Goldschmuck der Wikingerkönige. Doch Hiddensee hütet noch mehr Geheimnisse. Von der sagenumwobenen Schlacht des Königs Hedin bis zu den versunkenen Mauern des alten Klosters – hier atmet jeder Schritt Geschichte. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise zwischen Hochland und Watt. Hiddensee: Wo Legenden am Strand liegen.

 

Hiddensee: Das „Söte Länneken“ in der Ostsee

 

Die Insel Hiddensee liegt westlich von Rügen und ist Teil des Landkreises Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Als größte Insel innerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft besticht sie durch ihre unberührte Natur und ihre besondere Atmosphäre: Hiddensee ist autofrei, was sie zu einem Rückzugsort der Stille macht.

 

1. Geografie und Geologie: Eine Insel im Wandel

 

Hiddensee erstreckt sich über ca. 16,8 Kilometer Länge. Ihre Breite variiert stark – von lediglich 250 Metern an der schmalsten Stelle bis zu 3,7 Kilometern im Norden.

 

Landschaftliche Gliederung

 

Der Norden (Dornbusch): Ein hügeliges Hochland. Der höchste Punkt ist der Bakenberg (), auf dem auch der berühmte Leuchtturm steht.

Das Zentrum: Geprägt durch die weite Dünen- und Heidelandschaft (Dünenheide).

Der Süden (Gellen): Ein flacher, nur wenige Meter hoher Teil, der als Vogelschutzgebiet weitgehend gesperrt ist.

Die Sandhaken: Im Nordosten bilden der Alte und Neue Bessin geologisch junge Landzungen, die stetig wachsen.

Dynamik: Die Insel verändert sich täglich. Während das Meer am Dornbusch jährlich etwa Land abträgt, wird dieses Material an der Südspitze und den Sandhaken wieder angespült.

 

2. Die vier Ortsteile: Von Nord nach Süd

 

Hiddensee besteht aus vier Siedlungen, die jeweils einen ganz eigenen Charakter besitzen:

Grieben: Das älteste und kleinste Dorf der Insel. Es liegt am Fuße des Dornbuschs und hat sich seinen urigen, bäuerlichen Charme ohne eigenen Hafen bewahrt.

Kloster: Das kulturelle Zentrum. Hier befinden sich die Inselkirche mit ihrem berühmten „Rosenhimmel“, das Gerhart-Hauptmann-Haus und der Inselfriedhof, auf dem viele Künstler ihre letzte Ruhe fanden.

Vitte: Der Hauptort und logistische Knotenpunkt. Hier legen die meisten Fähren an. Vitte bietet mit dem Nationalparkhaus, dem Zeltkino und der Puppenbühne „Homunkulus“ ein breites Freizeitangebot.

Neuendorf: Das südlichste Dorf wirkt wie ein Museum unter freiem Himmel. Die weißen Häuser stehen ohne Zäune auf weiten Wiesenflächen. Es ist der Inbegriff von Ruhe und Fischereitradition.

 

3. Flora und Fauna

 

Als Kernstück des Nationalparks bietet Hiddensee wertvolle Lebensräume. Die windgepeitschten Küsten und Salzwiesen sind Rastplatz für tausende Zugvögel. Besonders als Kranichrastplatz genießt die Insel internationale Bedeutung. Um diese Vielfalt zu schützen, sind weite Teile der Insel (Schutzzone I) für Menschen unzugänglich.

 

4. Historischer Rückblick

 

Vom Kloster zur Schwedenherrschaft

 

Nach slawischer Besiedlung wurde die Insel 1296 vom Rügenfürsten Wizlaw II. dem Zisterzienserkloster geschenkt. Im 17. Jahrhundert, während des Dreißigjährigen Krieges, ließ Wallenstein den Eichenwald des Dornbuschs niederbrennen, um den Dänen die Holzressourcen zu entziehen – die Aschespuren sind noch heute im Boden nachweisbar. Von 1648 bis 1815 stand die Insel unter schwedischer Verwaltung, bevor sie zu Preußen kam.

 

Der Hiddenseer Goldschmuck

 

Nach den schweren Sturmhochwassern von 1872 wurde am Strand ein sensationeller Fund gemacht: Der Hiddenseer Goldschmuck. Diese Wikingerarbeit aus dem 10. Jahrhundert gilt als einer der bedeutendsten Funde der Region. Das Original befindet sich heute im Kulturhistorischen Museum Stralsund.

 

Hiddensee in der DDR-Zeit

 

Die Insel galt als Refugium für Andersdenkende, Künstler und Wissenschaftler. In der Abgeschiedenheit der Ostsee entstand ein intellektuelles Klima, das trotz Stasi-Beobachtung Raum für Individualität bot. Prominente Namen wie Armin Mueller-Stahl, Nina Hagen oder Mitglieder der Band Feeling B sind eng mit der Insel verbunden.

 

5. Küstenschutz: Ein ewiger Kampf gegen das Wasser

 

Sturmhochwasser sind die größte Bedrohung für die Insel. Historisch wurde Hiddensee mehrfach fast zweigeteilt, zuletzt 1864. Heute sichern aufwendige Deichbauten zwischen Kloster und Vitte sowie Küstenschutzmaßnahmen am Gellen den Fortbestand der Inselform.

 

Die Sage von König Hedin: Blut und Gold

 

Der Name „Hiddensee“ führt uns weit zurück in die nordische Mythologie. In der Prosa-Edda wird die Geschichte vom „Hjadningavíg“ (dem Kampf der Hjadninger) erzählt, die sich auf der Insel zugetragen haben soll.

 

Der Mythos: Der norwegische König Hedin entführte Hild, die Tochter des dänischen Königs Högni. Es kam zur Schlacht auf Hiddensee. Hild jedoch wollte den Verlust beider Männer nicht hinnehmen.

Der Zauber: Die Legende besagt, dass Hild die Gefallenen jede Nacht durch Zauberei wieder zum Leben erweckte. So mussten die Krieger bis zum Ende der Welt (Ragnarök) jede Nacht aufs Neue gegeneinander kämpfen.

Bedeutung: Der ursprüngliche Name Hedinsey bedeutet schlicht „Insel des Hedin“. Die Sage spiegelt die tiefe Verbindung der Insel zum skandinavischen Kulturraum wider, die lange vor der deutschen Besiedlung bestand.

 

Der Hiddenseer Goldschmuck: Ein königliches Rätsel

 

Dieser Schatz ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde der Wikingerzeit in ganz Deutschland. Er ist kein „Piratengold“, sondern ein hochpolitisches Statussymbol.

 

Der Fund: Nach der verheerenden Sturmflut von 1872 (und einer weiteren 1874) wurde der Schmuck am Strand bei Neuendorf freigespült. Ein armer Fischer fand die ersten Teile, ohne deren Wert sofort zu erkennen.

Das Material: Es handelt sich um 16 Einzelstücke (Anhänger, eine Fibel, ein Halsring) aus fast reinem Gold mit einem Gesamtgewicht von ca. 600 Gramm.

Die Herkunft: Die kunstvollen Verzierungen im sogenannten „Yeallinger Stil“ (Vogel- und Schlangenmotive) deuten darauf hin, dass der Schmuck aus der Goldschmiede des dänischen Königs Harald Blauzahn stammt (10. Jahrhundert).

Das Rätsel: Warum lag das Gold dort? Man vermutet, dass ein königliches Schiff in einem Sturm vor Hiddensee kenterte. Da der Schmuck keine Gebrauchsspuren aufwies, war er vermutlich ein diplomatisches Geschenk oder ein zeremonielles Set.

 

 

© I  Insel Hiddensee 360  I  Lars Arnold Photography