Insel

Hiddensee

Bilder

Haus Karusel

Asta Nielsen und das Haus „Karusel“ auf Hiddensee

 

Die zur damaligen Zeit in Deutschland überaus bekannte dänische Stummfilmschauspielerin Asta Nielsen verbrachte von den 1920er- bis in die frühen 1930er-Jahre ihre Sommer vorrangig auf Hiddensee. Zu diesem Zweck erwarb sie am Nordende von Vitte ein kleines Haus, das unter ihrer Ägide zu einem der schillerndsten Künstlertreffs der Weimarer Republik wurde.

 

Architektur und Namensgebung

 

Der renommierte Architekt Max Taut entwarf den markanten Bau eigens für den dänischen Weltstar. Die Architektur ist ein herausragendes Beispiel der klassischen Moderne: Durch den quadratischen Grundriss, bei dem zusätzlich zwei Ecken abgerundet sind, entstand bei Nielsen der Eindruck eines Karussells. In Anlehnung an ihre dänische Muttersprache nannte sie das Domizil liebevoll „Karusel“.

 

Ein Ort der Inspiration: Ringelnatz und die „Inselgeister“

 

Als enger Freund der Schauspielerin weilte auch der Dichter Joachim Ringelnatz oft in dem bunten Haus am Ortsende von Vitte. In der Abgeschiedenheit der Insel fand er die Aufmunterung und Zerstreuung, nach der er sich sehnte. Es müssen heitere und beschwingte Abende gewesen sein – ein Umstand, der durch zahlreiche Kurzgedichte nachhaltig belegt ist. In diesen Werken werden sowohl die Insel Hiddensee als auch das gastfreundliche Heim seiner dänischen Freundin immer wieder voller Zuneigung erwähnt.

 

Das Erbe: Vom Rückzugsort zum Museum

 

Mit dem heraufziehenden Nationalsozialismus endete diese Ära; Asta Nielsen verließ Deutschland im Jahr 1937 endgültig. Doch ihr Erbe auf der Insel blieb bewahrt. Nach einer aufwendigen Sanierung steht das Haus „Karusel“ heute unter Denkmalschutz und fungiert als Museum.

 

Besucher können dort die ungewöhnliche Architektur und die originalgetreue Inneneinrichtung bewundern. Eine ständige Ausstellung beleuchtet das Leben der „schweigenden Muse“ und lässt die besondere Verbindung zwischen der dänischen Ikone und der „Insel der Künstler“ bis heute lebendig bleiben.

 

 

 

 

© I  Insel Hiddensee 360  I  Lars Arnold Photography